Wein-Lexikon


Weinwissen mit dem Buchstaben A

Abstich

Nach dem Gärungsprozess, der aus dem Traubenfruchtsaft alkoholhaltigen Wein macht, setzen sich kleine Rückstände im Fass ab. Das können kleine Hefepartikel, aber auch winzige Fruchtrückstände sein. Dieser Bodensatz (oder Trub) ist für den Genuss eines klaren Weines unerwünscht. Beim Abstich (manche sprechen auch vom Abschlauchen) wird der junge Wein in ein anderes Fass umgefüllt. Dadurch wird der Wein vom Trub getrennt. Dieser Vorgang des Fassumfüllens wird so oft wiederholt – in der Regel zwei- bis dreimal – bis der junge Wein vollständig klar ist.

Abruzzen

Die Abruzzen sind eine bergreiche, sonnenverwöhnte Landschaft Mittelitaliens, die sich direkt an die Adriaküste anschließt. Vier bekannte Provinzen bilden diese Region: die Provinzen Chieta, l’Aquila, Pescara und Teramo.  In Italien kennt man als Qualitätsbezeichnung für eine hochwertige regionale Ursprungsangabe die Bezeichnung DOC (= Denominazione di origine controllata). Die Abruzzen teilen sich in zwei solche DOC auf: das Anbaugebiet Montepulciano d’Abruzzo (das nicht mit dem toskanischen Montepulciano verwechselt werden sollte) für qualitativ hochwertigen Rotwein und das Anbaugebiet Trebbiano d’Abruzzo für hervorragenden Weißwein.

Acetaldehyd

  1. Menschlicher Alkoholstoffwechsel: Einmal entsteht Acetaldehyd als chemisches Zwischenprodukt beim körpereigenen Abbau von Alkohol (genauer Ethanol). Hierbei wird Ethanol in Acetaldehyd umgewandelt. Dazu verwendet die menschliche Leber ein eigenes Enzym, die Alkoholhydrogenase. Nach der Stufe der Alkoholumwandlung in Acetaldehyd wandelt die Leber den Stoff ein weiteres Mal durch ein ähnliches Enzym in Essigsäure um, die anschließend leichter auf die Ausscheidung vorbereitet werden kann.
    Kurz: Alkohol (Ethanol) -> Acetaldehyd -> Essigsäure -> Wasser und Kohlenstoffdioxid (was ausgeschieden wird)
  2. Weinproduktion: Bei der Weinherstellung spielt Acetaldehyd ebenfalls eine bedeutende Rolle. Nur ist der chemische Wandlungsprozess hierbei umgekehrt. Zunächst verwandeln Hefekulturen den Zucker im Traubensaft (Most)  wiederum in das chemische Zwischenprodukt Acetaldehyd um, um dieses dann in einem zweiten Arbeitsschritt zu Alkohol zu vergären. Acetaldehyd im Wein ist schädlich und sollte vollständig vergoren (und damit umgewandelt) sein. Daher darf bei diesem Prozess kein Sauerstoff in den Gärungsvorgang gelangen, weil sonst die Acetaldehydumwandlung in Alkohol unterbrochen würde und acetaldehydhaltige Rückstände im Wein verblieben.
    Kurz: Zucker (im Traubenmost) -> Acetaldehyd -> Ethanol

Alkoholgehalt

Generell gibt der Alkoholgehalt an, wie viel Alkohol prozentual in der Flüssigkeit (hier dem Wein) enthalten ist. Gemessen wird der Alkoholgehalt mit dem Önometer, einem bereits sehr alten Instrument aus dem 18. Jh., mit dem man messen kann, wann bei der Maische der Höhepunkt der Gärung erreicht wurde. Der Alkoholgehalt beim Wein liegt etwa zwischen 8,5% und 16,5%, wobei letzteres die absolute Obergrenze ist, die nicht überschritten werden kann. Zumindest dann nicht, wenn es sich um einen natürlichen Gärungsprozess ohne künstliche Alkoholzugabe handelt. Üblicherweise liegt der Alkoholgehalt von Weinen aber zwischen 8,5% und 14%.

Alkoholische Gärung

Die alkoholische Gärung ist ein komplexer chemischer Stoffwechselprozess, bei dem aus Glucose (reine Kohlehydrate aus der Familie der Zucker) unter Zugabe von Hefebakterien Ethanol hergestellt wird. Dazu bedarf es bestimmter Umweltbedingungen: es darf während des Gärungsvorganges kein Sauerstoff in die Maische gelangen, weil die Hefebakterien dann nicht auf den alternativen Weg der Ethanolumwandlung umschalten, um für sich Energie zu gewinnen. Die alkoholische Gärung findet also nur statt, wenn Hefekulturen (symbolisch betrachtet) eingesperrt werden und ihnen der Sauerstoff entzogen wird. Um dennoch überleben zu können, schalten sie chemisch einfach um und verwandeln den Zucker in trinkbaren Alkohol (Ethanol). Sobald sie aber wieder mit Sauerstoff in Berührung kommen, unterbrechen sie diesen Vorgang. Daher gehört der vollständige Sauerstoffentzug mit zu den wichtigen Kriterien bei der alkoholischen Gärung in der Weinproduktion.

Auslese

Die Bezeichnung „Auslese“ gehört zu den Prädikatsstufen deutscher Weine. Sechs Prädikatsstufen kennt man bei der deutschen Weinerzeugung (Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein). Die Auslese ist demnach die dritte Prädikatsstufe beim Wein. Die Prädikatsunterschiede liegen in ihrem jeweiligen Mostgewicht, das in Oechsle (nach seinem Erfinder Ferdinand Oechsle) angegeben wird. Das Mostgewicht, bei dem der Zuckergehalt im Traubenmost gemessen wird, fängt bei der Auslese bei mindestens 95 Oechsle an. Um dieses Mostgewicht zu erreichen, dürfen für die Auslese nur vollgereifte und/oder edelfaule Trauben gelesen und zu Wein verarbeitet werden.


Weinwissen mit dem Buchstaben B

Bacchus

  1. Römischer Gott: Alle Götter aus der griechischen Antike hatten eine römische Entsprechung. War Jupiter das römische Pendant zum olympischen Götterchef Zeus, so ist Bacchus bei den Römern derselbe Gott, den die alten Griechen als Dionysos verehrten. Dionysos galt seinerzeit als Gott des Rausches, und das bei dem deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche vielfach zitierte „Dionysische“ umschreibt den gefühlsgesteuerten Rauschzustand des Menschen. Da in der Antike hauptsächlich Wein getrunken wurde, um diesen Rauschzustand künstlich (oder als Nebenwirkung) auszulösen, galt Dionysos vielfach auch als „Gott des Weines“. Bacchus und Dionysos sind als identisch anzusehen. Dem Gott Bacchus unterlag die Schutzherrschaft über den Wein und alles, was pflanzlich wächst.
  2. Neue Weinrebsorte: Als Bacchus wird aber auch eine sehr junge Rebsorte bezeichnet, die aus der Kreuzung dreier eingeführter Edelrebsorten, nämlich Silvaner, Riesling und Müller-Thurgau, entstanden ist. Die Bacchus-Rebsorte wurde erstmals in den frühen dreißiger Jahren des 20. Jh. gezüchtet und gilt daher als junge Rebsorte. Eine andere Bezeichnung dieser Rebsorte ist „Frühe Scheurebe“. Bacchus-Weine bestechen vor allem mit ihrer fruchtigen Lebendigkeit und ihrem gehaltvollen Aroma.

Barolo

  1. Ort: Barolo ist der Name eines Ortes in Norditalien, der sich in der Region Piemont befindet. Barolo verfügt über eines der berühmtesten Weinanbaugebiete Italiens. 
  2. Weinsorte: Benannt nach dem bekannten Ort seines Anbaus, ist der Barolo die wohl berühmteste Rotweinsorte Italiens. Der Barolo ist kein Cuvée, also ein Verschnitt, sondern ein lupenreiner Wein, der nur aus der Rebsorte Nebbiolo gewonnen wird. Beliebt ist der Barolo für sein  starkes Fruchtaroma. Aufgrund des reichlich höheren Tanningehaltes, so werden die Gerbstoffe im Wein bezeichnet, ist der Barolo adstringenter im Geschmack. Unter Adstringenz wird die sehr rau-trockene Geschmacksnuance bezeichnet, die von manchen Menschen teilweise als Bitterkeit wahrgenommen wird. Wer sehr trockene Rotweine liebt, wird den Barolo zu schätzen wissen.

Barrique

Weintrinkern ist die Bezeichnung „Barrique-Fass gelagert“ oder „barriquisiert“ bzw. „barriqué“ hauptsächlich in geschmacklicher Hinsicht als Qualitätsmerkmal bekannt. Zunächst meint der Begriff „Barrique“ nichts anderes als ein Eichenfass bestimmter Größe, das in Frankreich zum Weinausbau bestimmt ist. Hierbei ist anzumerken, dass der Begriff „Ausbau“ den Zeitraum nach der Gärung bis zur Flaschenabfüllung meint. Das Eichenholz der speziellen Barrique-Fässer allerdings verleiht dem Wein zusätzlich eine holzig-aromatische Geschmackskomponente mit einem Hauch von Vanille, wenn es sich um ganz neue Barrique-Fässer handelt.

Beerenauslese

Die Beerenauslese steht als vierte Prädikatsstufe (siehe auch unter „Auslese“) des Weines genau eine Stufe über der Auslese. Als „Beerenauslese“ werden weiße Süßweine bezeichnet. Um eine Beerenauslese produzieren zu können, werden nur Trauben gesammelt, die bereits überreif und/oder edelfaul sind. Ihr Mostgewicht liegt etwa 127 Oechsle, mindestens jedoch bei 125 Oechsle. Die aus diesen Trauben gewonnenen Weine sind geprägt von einer schönen goldgelben Farbe.

Biologischer Säureabbau (BSA)

Eine andere Bezeichnung des Biologischen Säureabbaus (BSA) ist der Begriff „Malolaktische Gärung“. Dieser Gärvorgang setzt erst dann ein, wenn die alkoholische Gärung bereits abgeschlossen ist. Nachdem die Hefekulturen aus dem Zucker Ethanol gemacht und damit den Traubenmost zu Wein verarbeitet haben, können in der Weinproduktion bestimmte Milchsäurebakterien zu einem zweiten Gärungsprozess eingesetzt werden, in welchem die Weinsäure abgebaut wird. Einerseits sind säurearme Weine qualitativ hochwertiger, andererseits sind sie nicht so lange haltbar. Manchen Weinkennern fehlt mit der Säure auch die gerade von ihnen so geschätzte Spitzigkeit des Weines. Für die Produktion sehr milder Weine bietet sich der Biologische Säureabbau als schonendes Verfahren an.

Blanc de Noir

Umgangssprachlich ließe sich erklären: „Aus Schwarz mach Weiß“, denn genau dieses Prinzip wird beim Blanc de Noir in Frankreich angewandt. Aus schwarzen Trauben wird Weißwein gewonnen. Aufgrund seiner Farbe und seiner Herstellungsart wird der Blanc de Noir in Deutschland aber zu den Roséweinen gezählt. Damit aus schwarzen Trauben fast weißer Wein entstehen kann, bedarf es keines Wunders, sondern man muss lediglich die Traubenschale entfernen. Die enthält nämlich die dunklen Farbstoffe, während der Traubensaft wie bei weißen Trauben hell ist. Sein Gegenstück ist der Blanc de Blanc, bei dem der Weißwein aus weißen Trauben gewonnen wird.


Weinwissen mit dem Buchstaben C

Cabernet Sauvignon

Der Cabernet Sauvignon gehört zu den Edelrebsorten und kann getrost als Spitzenreiter unter den beliebtesten Rotweinsorten bezeichnet werden. Cabernet Sauvignon wird in allen Weinanbaugebieten der Welt bevorzugt angebaut, so auch in den USA, Australien oder Südafrika. Seine Beliebtheit unter den Weinbauern liegt zum großen Teil an der unkomplizierten Belastbarkeit der Rebsorte. Sie gedeiht überall, sowohl in gemäßigteren als auch in sehr heißen Regionen. Sind die Anbaubedingungen optimal, lassen sich aus dem Cabernet Sauvignon Spitzen-Rotweine der gehobensten Klasse herstellen, die bei Preisverleihungen immer an vorderster Stelle stehen.

Chablis

In der zentralfranzösischen Region Burgund liegt der Ort Chablis und das dazugehörige gleichnamige Weißwein-Anbaugebiet. Der Name Chablis für den regionalen Weinanbau ist mittlerweile markenrechtlich weltweit geschützt, d.h. die Bezeichnung „Chablis“ dürfen nur noch Weißweine tragen, die tatsächlich aus dieser Region stammen, ähnlich wie dies beim Champagner der Fall ist. In dieser Region werden in der Regel Spitzenweine der Rebsorte Chardonnay angebaut. Als Chablis bezeichnete Weine sind in der Regel sehr trocken und werden in der gehobenen Gastronomie vorzugsweise zu Schalentieren, z.B. Austern, gereicht.

Champagner

Als Champagner darf ein Sekt nur dann bezeichnet werden, wenn er bestimmte Kriterien erfüllt:

  1. Herkunft: Nur ein Sekt, der aus der französischen Champagne stammt, darf die Bezeichnung Champagner (oder Französisch: Champagne) tragen.
  2. Herstellungsmethode: Beim Champagner handelt es sich um ein Cuvée, d.h. er setzt sich aus mehreren Rebsorten zusammen. Die für die Champagner-Herstellung verwendeten Rebsorten sind ausschließlich Pinot Noir (Synonyme: Spätburgunder, Blauburgunder), Pinot Meunier (Synonyme: Schwarzriesling, Müllerrebe) und/oder Chardonnay. Nach dem üblichen Gärungsverfahren im Fass, das  in der Weinherstellung verwendet wird, durchläuft der Champagner ein zweites Gärungsverfahren in der Flasche. Die sogenannte Flaschengärung nennt man ebenfalls Méthode Champenoise. Allerdings gilt zu beachten, dass auch andere Sekte und Schaumweine in der Flasche gegoren worden sein können. Nur in Verbindung mit der Herkunft wird der Sekt zum Champagner.

Auch beim Champagner kennt man zwei verschiedene Variationen, den Champagne Blanc de Blanc und den Champagne Blanc de Noir. Der erste wird ausschließlich aus weißem Chardonnay hergestellt, letzterer aus Pinot Noir und/oder Pinot Meunier.

Chardonnay

Der Chardonnay gehört mit zu den gefragtesten weißen Rebsorten weltweit. Ursprünglich aus dem französischen Burgund stammend, wird der Chardonnay heute auch in Neuseeland, Australien oder in Kalifornien angebaut. Auch der Chardonnay ist als Rebsorte wie sein rotes Gegenstück, der Cabernet Sauvignon, sehr strapazierfähig und kann daher weltweit unter unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen angebaut werden. In der leichteren Ausführung schmeckt dieser Wein leicht, spritzig und fruchtig, in seiner schwereren und alkohollastigeren Ausführung kommen sanfte Vanille- und Karamell-Aromen durch, teilweise auch etwas Honig. Der Chardonnay schafft es bis in die Spitzenränge der besten Weißweine weltweit.

Chianti

Zunächst ist unter dem Begriff „Chianti“ ein bestimmtes Weinanbaugebiet in der italienischen Toskana zu verstehen. Das Chianti Gebiet umfasst nahezu ein Drittel der gesamten toskanischen Weinanbaugebiete. In italienischen Karten wird das Chianti Gebiet klar eingezeichnet und lässt sich in der Ost-West-Ausdehnung von Florenz nach Pisa und in seiner Nord-Süd-Ausdehnung von Pistoia bis Siena umschreiben. Als Chianti wird aber auch der Rotwein bezeichnet, der in genau diesen Gebieten hergestellt wird. Chianti Weine sind Cuvées aus verschiedenen roten Rebsorten. Die dominierende rote Rebsorte für den Chianti ist der Sangiovese. Daneben werden noch Cabernet Sauvignon, Canaiolo Nero, Merlot, Syrah und Mammolo verwandt. Innerhalb des Chianti Gebietes werden nochmals neun verschiedene Chianti Zonen unterschieden, von denen nur die Zone zwischen Florenz und Siena als Chianti Classico bezeichnet wird.


Weinwissen mit dem Buchstaben D

DOC

DOC ist eine Qualitätsbezeichnung für italienische  Weine. Dieses Gütesiegel gibt Auskunft darüber, dass der Wein original aus kontrolliertem Anbau bestimmter Regionen stammt. DOC sagt etwas aus über die Herkunft des Weines, die für die Qualität Ausschlaggebend ist. Beispielsweise stammt der Valpolicella aus dem DOC-Gebiet Venetien, oder der Barbera, eine Spitzenrebsorte aus dem DOC-Gebiet Piemont. Die Ursprungsbezeichnung DOC steht für hochwertige Weine aus Weinanbaugebieten, die für ihre guten Rebsorten bekannt sind und sich deshalb einen Namen gemacht haben. Nicht jeder italienische Wein stammt aus einem berühmten Anbaugebiet. Wer aber den Zusatz DOC trägt, verbürgt sich für die Herkunft aus einem Spitzenanbaugebiet.

Degustation

Die Degustation beim Wein meint die Verkostung von Weinsorten. Dabei werden Weine nicht wie üblich getrunken und genossen, sondern mit verschiedenen Sinnen getestet. Bei der Degustation geht es darum, sich die Farbe des Weines anzusehen, den Geruch des Buketts und seine verschiedenen Aromen zu riechen und letztlich die feinen Geschmacksnuancen mit der Zunge zu unterscheiden. Die Degustation dient dazu, die verschiedenen Eigenschaften des Weines herauszufinden. Neben der bereits erwähnten Farbtönung und den Aromen werden noch die Reintönigkeit, die Intensität, die Qualität, die Süße und die Gerbstoffe, daneben Alkoholeindruck, Rückgeruch, der Körper, die Harmonie und die Länge getestet. Nach dem Test schreibt man dem Wein verschiedene Eigenschaften zu. Erst die Degustation ergibt solche Charakterisierungen wie blumig oder fruchtig im Aroma, ob es sich um einen feinen oder rassigen Wein handelt und wie sein Körper beschaffen ist, rund oder körperreich. Degustieren kann man lernen und je öfter man sich auf eine Degustation einlässt, umso feiner werden die verschiedenen Wahrnehmungsorgane geschärft und umso leichter lassen sich die feinen Nuancen voneinander unterscheiden.


Weinwissen mit dem Buchstaben E

Edelfäule

Von Edelfäule spricht man in der Weinfachsprache, wenn ein kultivierter Schimmelpilz, der Botrytis cinera, die bereits reife Traube befällt. Dieser Schimmelpilz sorgt dafür, dass sich die Traubenschale auflöst und der Saft darin entströmt. Die Beere zieht sich zusammen und schrumpft dadurch. Allerdings steigt bei diesem Prozess der Zuckergehalt  und der Öchsle-Grad nimmt zu. Deshalb werden edelfaule Beeren vor allem ab der Prädikatstufe „Auslese“ mit hinzugenommen. Die Edelfäule ist eine natürliche Methode, den Zuckergehalt der Beeren zu steigern, sie birgt aber auch das Risiko von Essigbildung. Der Grat zwischen Edelsüße und Essigsäure ist nur sehr schmal und der Winzer muss sehr vorsichtig im Umgang mit der Edelfäule sein. Erfahrene Winzer haben aber neben ihrem Fachwissen auch das notwendige Fingerspitzengefühl und machen ihre Weine durch die Edelfäule zu besonders hervorragenden Produkten.


Weinwissen mit dem Buchstaben F

Federweißer

Federweißer ist die Bezeichnung für den erst kurz gegorenen Traubenmost aus weißen Rebsorten. Wenn zum Frühherbst die Weinlese beginnt und nach der Kelterung die erste Weingärung einsetzt, schöpft man daraus den noch ganz jungen Wein in seinem frühesten Stadium ab. Der Federweiße läutet die herbstliche Weinsaison ein, schmeckt erfrischend fruchtig und süß und wird traditionell mit deftigem Zwiebelkuchen genossen.


Weinwissen mit dem Buchstaben G

Ganztraubenpressung

Die Ganztraubenpressung ist ein Kelterverfahren, bei dem die Trauben nicht zuvor entrappt werden. Entrappen meint in der Winzerfachsprache das Entfernen von Stielen und Kämmen. Sie werden also komplett gepresst. Das Gegenstück zur Ganztraubenpresssung ist die Maischepressung, bei der nur entrappte Trauben gekeltert werden. Winzer versprechen sich von der Ganztraubenpressung einen geringeren Tanningehalt, da der Kontakt zu den Beerenhäuten und zu den Kernen, der hauptsächlich für die Freisetzung der Gerbstoffe verantwortlich ist, durch die Ganztraubenpressung vermindert wird. Ganztraubengepresste Weine sind oftmals etwas klarer als maischegepresste Weine.


Weinwissen mit dem Buchstaben H

Hektar

Das Hektar ist ein Flächenmaß und bezeichnet eine Fläche von zehn Quadratkilometern oder zehntausend Quadratmetern. Wer noch in altem land- oder forstwirtschaftlichem Jargon spricht, wird die Bezeichnung „Morgen“ kennen. Eine 1:1-Umrechnung von Hektar in Morgen gibt es nicht, weil letzteres ein variabler Begriff ist und diejenige Fläche meint, die ein Landwirt mit Pferde- oder Ochsenpflug an einem ganzen Vormittag bestellen konnte. Es gibt aber einen Näherungswert, der davon ausgeht, dass ein Morgen einem halben Hektar entspricht. Umgekehrt bedeutet ein Hektar demnach eine Fläche von zwei Morgen.


Weinwissen mit dem Buchstaben I

IGT

IGT steht als Abkürzung für „Indicazione Geografica Tipica“, was sich mit „typische geografische Herkunftsbezeichnung“ übersetzen lässt. IGT meint im Grunde genommen nichts anderes als eine Qualitätsbezeichnung des italienischen Weines ist, die dem deutschen „Landwein“ entspricht. Auch in Frankreich kennt man eine ähnliche Qualitätsangabe, die „Vin de Pays“ lautet. Italienischer IGT Wein ist ein einfacher, süffiger Landwein, der qualitativ eine Stufe über dem Tafelwein liegt.


Weinwissen mit dem Buchstaben J

Jungfernwein

Werden Rebsorten neu angepflanzt, spricht der Winzer von „Bestockung“. Bis der Weinberg erstmals abgeerntet werden kann, vergehen mindestens drei Jahre. Solange brauchen die Rebstöcke, bis sie ertragsreif sind. Der Wein aus der allerersten Lese eines neubestockten Weinberges wird demnach Jungfernwein genannt. Der Vergleich ist ganz treffend, denn den Jungfernwein gibt es nur ein einziges Mal pro angelegte Rebsorte. Der Jungfernwein sollte nicht verwechselt werden mit dem Jungwein, der einen frisch abgefüllten und noch nicht lange gereiften Wein in der Flasche meint. Jungen Wein gibt es öfters, Jungfernwein pro Anlage nur einmal.

Jungwein

Jungwein ist noch nicht vollständig gegoren und er besitzt noch seine Hefeanteile. Wird der Jungwein bereits von seiner Hefe getrennt und frisch abgefüllt, ohne dass ihm eine lange Zeit der Flaschenreifung zugestanden wird, spricht man von „Jungem Wein“.  Junger Wein ist also bereits von der Hefe getrennt und abgefüllt, Jungwein hingegen besitzt noch seine Hefe. Jungwein ist zum Einläuten des neuen Weinjahrgangs bei Weintrinkern sehr beliebt und in Wien kennt man ihn als „Heurigen“, andernorts in Österreich als „Junker“, während die Franzosen vom „Nouveau“ oder vom „Primeur“ und die Italiener vom „Novello“ sprechen.


Weinwissen mit dem Buchstaben K

Kalte Ente

Als Kalte Ente wird  eine Bowle bezeichnet, die aus Sekt und Weißwein, aromatisiert mit Zitronen, hergestellt wird. Das Rezept ist ganz einfach und jeder nimmt das Mischungsverhältnis, das ihm am besten zusagt. Am einfachsten ist es, wenn Sekt und Weißwein im Mischungsverhältnis von 1:1 stehen. Dazu braucht man 2 möglichst ungespritzte Zitronen und ein Päckchen Vanillezucker. Man gießt den Wein in ein großes Bowlegefäß und gibt hauchdünne Zitronenschalen dazu. Dabei sollte nur die äußerste gelbe Schale verwendet werden, damit die Bitterstoffe außen vor bleiben. Den Wein noch mit dem Vanillezucker süßen und alles mindestens eine Viertelstunde ziehen lassen. Später entfernt man die Zitronenschalen wieder und gießt den aromatisierten Weißwein mit gut gekühltem Sekt auf. Die Kalte Ente ist absolut erfrischend und schmeckt vor allem an heißen Sommertagen sehr gut.

Kerner

Im Baden-Württembergischen Weinsberg verstarb 1862 der Arzt, Publizist und Dichter Justinus Kerner. Da Justinus Kerner ein sehr angesehener Mann und bekennender Weinfreund war, wurde eine 1929 hier gezüchtete weiße Rebsorte nach ihm benannt. Der Kerner ist eine Kreuzung aus dem Riesling und dem Trollinger. Diese sehr unproblematische und robuste Rebsorte reift selbst unter schwierigeren Bedingungen und liefert regelmäßig hohe Erträge. Nicht umsonst ist der Kerner bei Winzern sehr beliebt. Aus den Kerner-Reben wird schöner sonnengelber Weißwein gewonnen, der ein fruchtig-blumiges Aroma aufweist. Sein Mostgewicht ist so reichhaltig, dass aus dem Kerner guter Kabinett gewonnen wird.


Weinwissen mit dem Buchstaben L

Lambrusco

Der Lambrusco ist sowohl eine italienische rote Rebsorte als auch die Bezeichnung für den daraus gewonnenen gleichnamigen Wein. Der Lambrusco zeichnet sich hauptsächlich durch seine helle, kirschrote Farbe aus und ist im Aroma äußerst fruchtig. Nur der geringere Anteil der Lambrusco-Lese wird zu einem leichten, trockenen Rotwein verarbeitet. Aus dem größeren Anteil der Reben wird ein spritziger Spumante gemacht. Deshalb assoziieren Weinfreunde mit Lambrusco eher Perlweine als kohlensäurefreie Rotweine. Der Lambrusco ist ein wunderbarer und erfrischender Begleiter zur italienischen Küche, der sich leicht und angenehm trinken lässt. 


Weinwissen mit dem Buchstaben M

Méthode champenoise

Die Méthode champenoise meint die traditionelle Methode der Flaschengärung, die bei der Sekt- und Champagnerproduktion zur Anwendung kommt. Sekte können nach der Méthode champenoise hergestellt werden, Champagner müssen es, damit sie die Bezeichnung „Champagner“ tragen dürfen. Für einen original Champagner sind die Herkunft und die Herstellungsmethode bindend. Bei der traditionellen Flaschengärung wird der Wein im zweiten Gärverfahren zusammen mit Hefe und Zucker aus der Zuckerrübe oder dem Zuckerrohr in die Flasche gegeben und feste verschlossen. Nach dem Gärungsprozess in der Flasche wird der Bodensatz mit der Hefe abgerüttelt, bis sich ein zusammenhängender Pfropfen gebildet wird, der in einem weiteren Arbeitsschritt degogiert, also aus der Flasche entfernt wird, so dass nur der reine Champagner übrigbleibt. Nach der Behandlung mit der Méthode champenoise kann der Champagner noch sehr lange gelagert werden.


Weinwissen mit dem Buchstaben N

Nachhall

Der Nachhall eines Weines ist ein Sinneseindruck der Geschmacksnerven, der am Gaumen zurückbleibt, nachdem man den Schluck heruntergeschluckt oder – wie bei der Degustation oftmals üblich – ausgespuckt hat. Der Nachhall meint demnach nicht den unmittelbaren Geschmackseindruck im Schluck selbst, solange sich der Wein noch im Munde befindet, sondern das, was davon übrigbleibt, wenn der Auslöser selbst schon längst entfernt wurde. Der Nachhall wird in der Fachsprache auch gerne als Nachklang oder Abgang bezeichnet.

Nebbiolo

Nebbiolo ist eine rote Rebsorte, die hervorragende Weine vorzüglicher Qualität verspricht. Der Nebbiolo stammt aus dem italienischen Piemont und wird auch vor allem in Italien angebaut, in selteneren Fällen allerdings auch in Kalifornien und in der Schweiz. Der Nebbiolo entwickelt sich erst nach langer Reifezeit zu seiner Vollendung und bringt Geschmackserlebnisse hervor, die sich mit nichts anderem vergleichen lassen. Im Geruch entfalten sich sowohl erdige, als auch blumige und fruchtige Aromen von Kirsche, Pflaumen und Rose. Der Nebbiolo ist vor allem unter der Bezeichnung Barolo DOCG bekannt und wird als charakterstarker Wein mit ausprägenden Tanninen als Hoffnungsträger unter den aufsteigenden Weinen gehandelt.

Neuzüchtung

Unter dem Begriff „Neuzüchtung“ wird eine Rebsorte verstanden, die erst ab Ende des neunzehnten oder sogar erst im zwanzigsten Jahrhundert entstanden ist. Dazu wurden traditionsreiche Rebsorten miteinander gekreuzt. Die Kreuzung ergab dann eine neue Rebsorte mit den besten Eigenschaften aus den ursprünglichen Rebsorten. Die Neuzüchtung gibt es auch weiterhin, da sich Winzer immer darum bemühen, noch bessere Eigenschaften in einer Rebsorte herauszubilden. Das können bessere Resistenzen gegen Schädlinge, aber auch größerer Ertragsreichtum sein, oder man optimiert Aroma und Geschmackseigenschaften durch gezielte Neuzüchtung.

Weinwissen mit dem Buchstaben O


Oechsle

Oechsle ist die Bezeichnung für das Mostgewicht, das im Saft der Reben enthalten ist. Es wird in Grad gemessen und Aufschluss über die Dichte des Mostes. Die Mostdichte wird anhand des Anteiles an ungelösten Stoffen wie Zucker gemessen.  Das Mostgewicht bezieht sich auf den Zuckeranteil. Je höher der Oechsle Grad, desto süßer und schwerer der Wein. Weinprädikate vom Kabinett bis zum Eiswein werden vor allem anhand ihres zunehmenden Oechsle Grades unterschieden.


Weinwissen mit dem Buchstaben P

Peterstirn

Die Peterstirn ist eine Bergkuppe am östlichen Rand von Schweinfurt, auf der im Mittelalter die Burg der Markgrafen von Schweinfurt errichtet wurde. Heute ist die Peterstirn das ideale Weinanbaugebiet in Schweinfurt, weil der Wein durch die Höhenlagen optimale Anbaubedingungen genießt. Die Burg an der Peterstirn ist mittlerweile im Privatbesitz der traditionellen Winzerfamilie Dahms und ihre fränkischen Weine von der Peterstirn stehen für eine hohe Qualität und für viel Erfahrung im Weinbau.


Weinwissen mit dem Buchstaben Q

QbA

QbA steht als Abkürzung für „Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete“. In Deutschland gibt es dreizehn verschiedene Anbaugebiete für Qualitätswein. Eines davon ist Franken. Handelt es sich um Qualitätswein, so muss die Angabe QbA auf der Flasche stehen. Nicht jeder Wein darf die Bezeichnung QbA tragen. So gilt QbA auch als Gütesiegel für erstklassige Weine aus deutschen Landen.

Qualitätsstufen

Die Qualitätsstufen eines Weines geben über verschiedene Faktoren Auskunft, welche die Qualität eines Weines ausmachen. Zu diesen Faktoren zählt u.a. die Herkunft des Weines, also das Anbaugebiet, genauso wie der Alkoholgrad, das Mostgewicht, die Reifelagerung und natürlich die Rebsorte selbst. Qualitätsstufen sind von Land zu Land verschieden. Deutsche Qualitätsstufen sind aufgeteilt in:

  1. Tafelwein
  2. Landwein
  3. Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (QbA)
  4. Qualitätswein mit Prädikat

Die Weine von der Peterstirn sind von gehobener Qualität und bürgen entweder für Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete oder sogar für Qualitätsweine mit Prädikat.


Weinwissen mit dem Buchstaben R

Riesling

Der Riesling ist eine der führenden weißen Rebsorten, die ihren Ursprung in Deutschland hat, aber mittlerweile auf der ganzen Welt für den Weinanbau verbreitet ist. Riesling Weine gehören zu den Stars unter den Spitzenweinen. Der Riesling verfügt über ein sehr fruchtiges Aroma vor allem nach Apfel, Pfirsich und Zitrone, teilweise aber auch nach Kräutern. Beim Riesling handelt es sich um einen sehr spritzigen Wein, der sehr erfrischend ist. Die Farbe variiert zwischen grünlich, gelb und teilweise goldgelb. Unter den weißen Rebsorten ist der Riesling nach wie vor der führende Star und nicht selten ist Riesling im Sprachgebrauch zu dem bekanntesten Synonym für hochwertigen Weißwein geworden.


Weinwissen mit dem Buchstaben S

Spätlese

Die Weinprädikate stehen in engem Zusammenhang mit dem Mostgewicht des Weines.  Spätlese ist eines dieser Weinprädikate. Hierbei handelt es sich um Weine, deren Mostgewicht zwischen mindestens 85 und 94 Grad Oechsle liegt. Der Prädikatsname „Spätlese“ gibt zudem Auskunft darüber, wann mit der Lese der Reben begonnen wird, nämlich später, nachdem die reguläre Weinlese bereits abgeschlossen ist. Bei der Spätlese darf man von einem lieblichen und sehr süffigen Wein ausgehen.


Weinwissen mit dem Buchstaben T

Tafelwein

Wein in  verschiedenen Qualitätsstufen klassifiziert. Die unterste dieser Qualitätsstufen ist die Bezeichnung als Tafelwein. Der Tafelwein unterscheidet sich von den Weinen höherer Qualitätsstufen dadurch, dass er keinen näheren Qualitätsprüfungen unterzogen werden  und auch keine Herkunftsbezeichnung angeben muss. Dennoch tut man dem Tafelwein damit Unrecht, wenn man ihn fälschlicherweise als minderwertig betrachtet. Auch unter den Tafelweinen gibt es qualitative Unterschiede. So wurden Weine, die im Barriquefassverfahren hergestellt wurden, früher generell als Tafelweine bezeichnet, weil dieses Verfahren im deutschen Weinbau noch nicht anerkannt war. Heute gilt gerade dieses Herstellungsverfahren als ein gehobenes Qualitätsmerkmal und es sind meistens die qualitativ hochwertigsten Weine mit Prädikat, die sich des Barriqueverfahrens rühmen. Tafelwein aus dem Versand ist ein winzerisch hochwertiger Wein mit Alltagsqualitäten. Er ist leicht trinkbar und passt wunderbar zum Essen oder zum leichten Genuss für zwischendurch.


Weinwissen mit dem Buchstaben U

Umbrien

Umbrien ist eine mittelitalienische Region zwischen der Toskana, den Marken und dem Latium. Bezeichnend für Umbrien ist, dass die Region vollkommen im Landesinneren liegt und keinen eigenen Zugang zur Meeresküste hat. Durch Umbrien verläuft ein Teil der Apenninen, was diese Region sehr bergig macht und damit für den Weinbau durch seine Höhenlagen begünstigt. Die klimatischen Bedingungen, der vorwiegende sandige Lehmboden und die vulkanischen Minerale garantieren für qualitativ hochwertige Spitzenweine voller Aroma.  Zu Umbrien gehört das berühmte DOC-Weinbaugebiet Orvieto, das Garant für besten Weißwein, den Orvieto Classico, ist. Aber auch rote Rebsorten sind in Umbrien sehr verbreitet. Hierzu zählen allen voran der Sangiovese und der Canaiolo Nero, in Teilen auch der Montepulciano.


Weinwissen mit dem Buchstaben V

VDP

VDP steht als Abkürzung für den „Verband deutscher Prädikatsweingüter“. Die Mitglieder des VDP haben sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, ausschließlich im Einklang mit der Natur in den besten Weinbergslagen traditionelle Rebsorten zu kultivieren und so Weine von höchster Güte zu produzieren. Wer Mitglied im VDP ist, garantiert demnach, dass er sich an die vom Verband auferlegten hohen Qualitätsstandards hält und aus dem Weinanbau eine Kunst macht.


Weinwissen mit dem Buchstaben W

Weißherbst

Beim Weißherbst handelt es sich um einen Rosé-Wein, der ausschließlich nach einer bestimmten Methode hergestellt wurde. Bei der Herstellung herkömmlichen Rosés bleiben die blauen Trauben eine kurze Weile auf der Maische liegen, wo die Fruchtschalen ihren roten Farbstoff abgeben, bevor sie abgepresst werden. Dadurch kommt eine rötliche Färbung zustande, die nicht so intensiv wie beim Rotwein ist, aber deutlich dunkler als beim Weißherbst. Bei der Herstellung von Weißherbst setzt die Abpressung des Traubenmostes ein, bevor die Maische zu gären beginnt. Damit ist das Verfahren fast dasselbe wie bei der Weißweinherstellung, für die man ohne Weiteres auch blaue Trauben verwenden kann, wenn die Abpressung des Mostes nur früh genug einsetzt. Traubensaft ist schließlich immer hell, nur die Beerenschalen enthalten rote Farbstoffe. Beim Weißherbst kommen die Beerenschalen nur so kurz mit der Maische in Berührung, dass eine hauchzarte Rosafärbung entsteht. Darüber hinaus müssen die Beeren für den Weißherbst aus einer einzigen Rebsorte und aus demselben Anbau entstammen, damit der daraus produzierte Rosé die Bezeichnung „Weißherbst“ tragen darf.


Weinwissen mit dem Buchstaben X

XO

XO ist eine Altersklassifizierung bei Weinbrand. Beim Weinbrand spricht man von sogenannten „Alterskonten“. Wenn im Herbst eines Jahrganges die Traubenlese abgeschlossen ist und sich die Weinproduktion anschließt, beginnt das Alterskonto 0, welches das erste und jüngste Alterskonto des Weinbrandes meint, im April des unmittelbar auf die Lese folgenden Jahres. Dabei gibt das Alterskonto Aufschluss über die Reifezeit des Weinbrandes im Eichenholzfass. Bevor ein Cognac in den Handel gelangen darf, muss er mindestens zwei Jahre im Eichenfass gereift sein. XO meint aktuell noch das Alterskonto 6, was eine Mindestreifezeit im Eichenfass von sechs Jahren bedeutet. Die Klassifizierung XO soll aber ab dem Jahr 2016 geändert werden. Ab dann darf die Bezeichnung XO nur noch im Etikett tragen, welcher Cognac mindestens zehn Jahre im Eichenfass gereift ist. Die Länge der Reifezeit im Fass ist beim Weinbrand/Cognac ein Qualitätsgarant. Cognac XO zählt damit zu den am längsten gereiften und qualitativ hochwertigsten Weinbränden.


Weinwissen mit dem Buchstaben Z

Zweigelt

Zweigelt ist eine rote Rebsorte jüngeren Datums, die aus der Kreuzung zwischen St. Laurent und dem Blaufränkischen Anfang der 1920er Jahre in Österreich entstand. Ihren Namen erhielt die Rebsorte nach ihrem Züchter, Friedrich Zweigelt. Mittlerweile ist der Zweigelt nicht nur in Österreich verbreitet, sondern auch in Deutschland. Die Farbe des Zweigelt reicht von klarem Rubinrot bis hin zum leichten Violett. Dieser Wein ist sehr fruchtig und samtig, manchmal mit einer leichten Vanille-Komponente im Aroma. Seine Tanninstruktur ist sanft und harmonisch. Durch seinen mittelkräftigen Körper wird der Zweigelt sehr gerne zu dunklem Fleisch wie Rind oder Wild genossen.